Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk. 15,11-32): Deutung nach Stufen

(Zusammengefasst aus dem Buch von Marion Küstenmacher „Integrales Christentum. Einübung in eine neue spirituelle Intelligenz“)

Ein integraler Ansatz an Bibeltexte würdigt bisherige Interpretationen, bricht sie aber auch immer wieder auf und versucht, sie mit neuem, integralem Blick zu lesen. Das kann sich wie Häresie oder Meuterei gegen vertraute Interpretationen anhören, aber im besten Fall bekommt man einen erweiterten Horizont und der Text gewinnt an Tiefe und Lebendigkeit.

Bei der folgenden Deutung nach Bewusstseinsstufen* kann jeder einmal darauf achten, was bei ihm ausgelöst wird. Egal, auf welcher Stufe man seinen Schwerpunkt hat – die „darunterliegenden“ Schichten/Stufen lesen und reagieren mit. Die „darüberliegenden“ scheinen vielleicht (noch) gänzlich lächerlich.

  1. Beige (Ich-Stufe, natürlich-instinkthaft – existieren, überleben, den Tag überstehen)
  2. Der jüngere Sohn ging fast zugrunde, so ganz auf sich allein gestellt
  3. Zum Glück schaffte er es nachhause, dort wurde ihm geholfen
  4. Zuhause bekam er Schutz, Obdach, Kleidung und Nahrung, und das ist alles, was wir brauchen – siehe 1. Tim. 6,7-8: „Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns damit begnügen.“
  5. Jesus will mit dieser Geschichte sagen, dass wir allen Hilflosen, Schwachen und Obdachlosen beistehen und für ihr Überleben sorgen sollen. Niemand soll elendiglich zugrunde gehen müssen
  • Purpur (Wir-Stufe, magisch-animistisch – Sicherheit, Zugehörigkeit und Schutz im Clan)
  • Es ist schändlich und gefährlich, die ehernen Gesetze der Familientradition zu missachten und den Kreis der Familie zu verlassen
  • Der jüngere Sohn hat nur an sich gedacht, dabei geht die Familie vor, er ist ein Verräter
  • Keiner darf es wagen, ihm nachzulaufen und ihn zu suchen
  • Der ältere Sohn ist zum Glück anders, er ist gehorsam
  • Der Vater – das Familienoberhaupt entscheidet sich trotz allem, den jüngeren Sohn nicht zu kritisieren, das muss auch der Ältere respektieren
  • Der jüngere Sohn unterwirft sich seinem Vater bedingungslos und ist nun abhängiger von ihm als je zuvor
  • Jesus will uns mit dieser Geschichte sagen, dass man seine Eltern achten und ihnen gehorchen soll, wie 3. Mose 19,32 sagt: „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott.“ Der Kern der Geschichte lautet: Bleibt schön zuhause, im Gewohnten, nur kein Wagnis eingehen, es geht ja doch schief! – Aus Purpur-Sicht genau der richtige Rat!
  • Eine „wärmere“ Purpur-Perspektive könnte betonen, dass die Familie der einzig sichere Ort ist, an den man sich hin retten kann, wenn es einem schlecht geht – Jesus segnet die Familie und preist den Zusammenhalt in der Familie.
  • Rot (Ich-Stufe, Macht, Ausbruch und Eroberung, aggressiv, Einteilung in schwach und stark)
  • Der jüngere Sohn ist kaltherzig, rücksichtslos und setzt seinen Vater unter Druck, ihm das Erbe vorzeitig auszuzahlen, die Familie ist ihm egal, niemand hat ihm etwas vorzuschreiben, er ist ein Egoist, Taugenichts und Prasser, dem es nur ums eigene Vergnügen geht.
  • Als er alles vergeigt hat, mimt er zuhause den reumütigen, bescheidenen Sohn, schleimt sich beim Vater ein und setzt sich wieder ins gemachte Nest, wo er weiterhin auf Kosten anderer leben kann.
  • Der Vater ist viel zu weich und leider nicht schlau genug, um das zu durchschauen.
  • Nur der Bruder durschaut ihn. Schon der Prophet Jeremia beklagt, dass es zu viele Typen gibt, die „lauter Lügen auf der Zunge haben und von einer Bosheit zur anderen gehen … deswegen traue man seinem Bruder nicht; denn ein Bruder überlistet den anderen.“ (Jer. 9,2-3)
  • Jesus warnt uns in dieser Geschichte vor Gaunern in der eigenen Familie und übt prophetische Kritik. Er deckt auf, dass sentimentale alte Leute wie der Vater kinderleicht übers Ohr gehauen werden können, genau wie Jakob seinen Vater Isaak ohne Skrupel reingelegt hat (1. Mose 27). Als Christ sollte man darum immer auf der Hut sein, auch in der eigenen Familie. (Für den deutschen Schriftsteller Heinrich Böll gehört diese Geschichte sogar zu den „sehr grausamen Gleichnissen in den Evangelien“!)
  • Blau (Wir-Stufe, Wahrheit, Moral, Schönheit, Gehorsam, gesetzlich, hierarchisch, Einteilung in Sünder/Heilige)
  • Der Vater ist gütig und vergibt bedingungslos
  • Wir sehen in dem Gleichnis Gottes unendliche Gnade und Liebe gegenüber allen reumütigen Sündern, die in seine offenen Arme zurückkehren dürfen (Beichte – Vergebung – Versöhnung)
  • Das ganze Evangelium, bzw. der Erlösungsweg spiegelt sich in diesem Gleichnis wider: Der Mensch lebt anfangs in paradiesischer Einheit mit Gott, dem himmlischen Vater. Dann fällt er aus eigener Schuld von ihm ab, verspielt fern von Gott sein Seelenheil und stürzt in Unglück und Verderben. Demütig kehrt er zu Gott zurück, bekennt aufrichtig seine Schuld und wird vom liebenden Vater als reuiger Sünder gnädig aufgenommen und freigesprochen.
  • Das Himmelreich ist kein Lohn für gute Werke, sondern eine Rechtfertigung allein aus Gnade, wie auch der ältere Sohn (bzw. der rechtschaffene fromme Christ) begreifen muss. Der ältere Sohn ist weit entfernt von der Gnade und noch tief ins Gesetz verwickelt. Er empört sich über Gottes Barmherzigkeit gegenüber Sündern. Er wird lernen müssen, dass er sich nicht selbst vor Gott durch reine Pflichterfüllung rechtfertigen kann. Wenn er der Versöhnung Gottes nicht zustimmen kann, wird Gott über ihn im jüngsten Gericht urteilen.
  • Jesus will alle Sünder und Verstockten heim zum Vater holen: „So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen!“ (Lk. 15,7)
  • Orange (Ich-Stufe, Wohlstand, Wissenschaft, Leistung, Einteilung in Erfolgreiche/Verlierer)
  • Der wissenschaftliche Blick von Orange klärt über den sozialgeschichtlichen Hintergrund auf: Zur Zeit Jesu bekam bei zwei Söhnen der ältere zwei Drittel und der jüngere ein Drittel des Vermögens. Jüngere konnten es sich auszahlen lassen, weggehen und sich anderswo eine Existenz aufbauen.
  • Offensichtlich ist der Jüngere sehr weit von der Heimat weggegangen, er war in der Fremde ganz ohne Unterstützung (ein Jude, der ohne eine jüdische Gemeinschaft lebt, ist ganz undenkbar).
  • Jesus steigert die Entfremdung noch, indem er ihn zu einem Schweinehirten macht (damit unrein und vollständig aus dem religiösen Leben der Juden ausgeschlossen) – für blau eine Todsünde, für orange eine in Kauf zu nehmende Folge eines selbstbestimmten Lebens: Erwachsenwerden, Auszug aus dem Elternhaus, Abwerfen der Vormundschaft.
  • Der jüngere Sohn zieht also aus, um zu sich selbst zu finden.
  • Orange pocht auf das Recht des Einzelnen nach Mündigkeit und persönlicher Unabhängigkeit. Gott ist ein Gott der Freiheit, und wer ihn sucht, darf sich aus alten Bindungen lösen: „Wer Häuser, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird’s hundertfach empfangen und das ewige Leben erben.“ (Mt. 19,29)
  • Der ältere Sohn schafft es nie, sich selbst zu verwirklichen, er zieht es nicht mal in Erwägung, einen eigenen Weg zu gehen und aus dem gutsituierten väterlichen System auszubrechen.
  • Der jüngere Sohn scheitert in der Fremde und entschließt sich, zurückzukehren, allerdings nicht als privilegierter Sohn, sondern als Tagelöhner, der für sich selbst sorgt.
  • Seltsamerweise sucht der Vater nicht nach seinem verlorenen Sohn wie in Jesu übrigen Gleichnissen zu Verlorenen (verlorenes Schaf, verlorener Groschen), doch er freut sich über die Rückkehr seines Sohnes und feiert, ignoriert aber dessen Wunsch nach Selbstbestimmung. Er gibt ihm sofort seine privilegierte Stellung zurück mit samt allen „Insignien“ (Obergewand=soziale Stellung; Ring=Siegel bei Rechtsvollmacht; Schuhe=Abtrennung von den armen Landarbeitern)
  • Das wahre Versagen des Sohnes ist nicht sein Weggang, sondern seine Rückkehr in das System des abgeschotteten Wohlstands seines Vaters. Er kehrt nicht als aufgeklärter, emanzipierter Mann mit eigenen Ideen und eigenem Blick auf die Wirklichkeit zurück, der die alte Herrschaftsordnung öffnen und weiterentwickeln könnte, sondern er knickt ein und lässt sich wieder vereinnahmen.
  • Aus rational-aufgeklärter Sicht könnte man Jesu Gleichnis als sozialpolitischen Apell deuten, sich in einer reichen Leistungsgesellschaft auch um die Verlierer des wettbewerbsorientierten Marktes zu kümmern. Das Risiko der Selbstentfaltung sollte nicht allein die Familie tragen müssen, sondern auch der Staat.
  • Grün (Wir-Stufe, Verbundenheit, Integration, Versöhnung, Einteilung in Sensible/Unsensible)
  • Wer hat was gefühlt? Wie haben sie sich selbst und andere wahrgenommen? Wie erging es den im Hintergrund stehenden namenloses Knechte und den noch nicht mal erwähnten Frauen?
  • Jesus skizziert ein männlich-exklusives und starres Imperium, das den Benachteiligten weder Gesicht noch Stimme gibt. Der jüngere Sohn ist sich dessen als einziger bewusst, er kann aber nichts ändern und geht deshalb weg.
  • Der Vater läuft seinem Sohn nicht nach, findet seine gefährlichen Sympathien für Inklusion lächerlich und gefährlich
  • Der Sohn scheitert mit seinen sozialromantischen Vorstellungen, als er sein ganzes Vermögen unter arme Leute bringt (eine Umverteilung zugunsten Unterprivilegierter, die ihm als Verschwendung ausgelegt wird!). Am Ende gehört der Helfer selbst zu den Opfern.
  • Doch auch der verärgerte ältere Bruder ist ein Gescheiterter. Er leidet unter den freudlosen Herrschaftsstrukturen, denen er seit Jahren unterworfen ist. Sein aufwallender Zorn wird aber nicht als echtes Leiden erkannt, er muss ihn sogleich wieder unterdrücken und fröhlich mitfeiern. Er wird vom eigenen Vater mit einem einzigen Argument ohne Einfühlungsvermögen ins Schweigen zurückgedrängt.
  • Beide Söhne sind verloren und Opfer, egal ob man bleibt oder geht, man verliert auf jeden Fall in dem überlegenen Vatersystem. Für die alte Hierarchie stellt das gescheiterte Aufbegehren beider Söhne einen Erfolg dar, der gefeiert werden muss: Alles ist wieder beim Alten, die Söhne erreichen keinen Wandel der Strukturen. Zurück bleibt eine kaputte Familie mit zwei unglücklichen Söhnen ohne Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.
  • Das Gleichnis macht auf das Leid der unsichtbaren Frauen und abhängigen Knechte aufmerksam und beschreibt eine zutiefst gebrochene Welt, die sich nach Heilung, Verbundenheit und wahrer Liebe und Gerechtigkeit sehnt. Jesus hat sich allen Verwundeten, Unterdrückten, Verlassenen und Schwachen zugewandt, seine befreiende, verzeihende, gütige und mitfühlende Liebe ist die einzige Lösung, darum ist er der Erlöser.
  • Eine grüne Alternativsicht bezieht auch den Vater als Leidenden mit ein: Der Vater hatte den jüngeren Sohn nicht halten können und versinkt nun im Schmerz um den Verlust seines Kindes. Der Ältere muss mit der unbewältigten Trauer des Vaters leben, ohne ihm den Schmerz nehmen zu können. Das raubt auch ihm die Lebensfreude. Der zweite Son leidet am selbstverschuldeten Verlust von Heimat, Familie und Gemeinschaft. Er hat die Seinen verletzt. So kehrt er um. Der Vater freut sich und bezieht auch den älteren Sohn in seine Freude ein. Jesus schildert hier die Wiedervereinigung aller als Fest der versöhnten Herzen, das mit einem ausgelassenen Festmahl gefeiert wird
  • Gelb (Ich-Stufe, Zusammenschau, systemisch-integrativ, Eigenverantwortung, Komplexität, Paradoxien aushalten)
  • Dadurch, dass der jüngere Sohn nun nicht nur das privilegierte Leben, sondern auch das der armen Menschen am Rand der Gesellschaft aus eigener Erfahrung kennt, hat er nun ein reicheres inneres Bewusstsein gewonnen. Das hilft ihm nun, Menschen auf verschiedenen Bewusstseinsebenen zu verstehen und zu integrieren
  • Mitten im Elend wird ihm klar, dass es nur eine einzige Wirklichkeit gibt und es keine Trennung zwischen oben und unten, reich und arm, Männern und Frauen, Herren und Knechten gibt
  • So kehrt er heim, um als freier Knecht im alten System ganz unten bei den Armen zu arbeiten und damit ein glaubwürdiges Zeichen der Einheit allen Seins zu setzen
  • Der Vater als Repräsentant der Herrschaftshierarchie hebt diese für den Sohn total auf und ersetzt sie durch die Hierarchie der unbedingten Liebe: ausgerechnet der Verschwender, dem alles Materielle verloren ging, ist derjenige, der diese verschwenderische Liebe erleben kann
  • Jesus offenbart mit dieser Geschichte von der heiligen Selbstverschwendung des Vaters das Geheimnis des mystischen Weges, von dem die Pharisäer und Schriftgelehrten keine Ahnung zu haben scheinen: Am Anfang steht eine große Illusion – das Ego meint, dass es tun kann, was es will und verschwendet sich an weltliche Dinge. Darum wünscht er sich vom Vater (Gott) auch nur etwas Materielles, nicht aber das, was der wahre Reichtum und der wahre Erbteil wäre, nämlich die bedingungslose Liebe und die unendliche Bewusstseinsfülle des absoluten Geistes. So entfremdet er sich von Gott und geht sich selbst verloren. Doch durch äußeres Armwerden und inneres Loswerden aller Gedanken, Wünsche und Identifizierungen reinigt er seinen Geist und erleidet als „Nichts“ die „Armut im Geiste“. Schließlich kehrt er heim: Er erfährt die unverdiente Gnade, bei der die göttliche Liebe in die eigene Leere hereinbricht und das Bewusstsein mit unendlicher Fülle überschwemmt.
  • Die Mystiker erkennen sich als die „seligen Armen“, die den bedingungslosen Reichtum des Gottesreiches im Hier und Jetzt erfahren. Der Vater und der verlorene Sohn verkörpern zusammen das Geheimnis des wechselseitigen Ineinander-Wohnens von Gott und Mensch mitten in dieser Welt. Und jeder Mensch kann das erfahren, so wie es Jesus erfahren hat. Das ist die Freudenbotschaft Jesu, verborgen und gleichzeitig offenbar in der nicht-elitären Weisheit dieser einfachen Geschichte.
  • Türkis (Wir-Stufe, Universalität, Allverbundenheit, Harmonie)
  • Die Geschichte entfaltet in wenigen Sätzen eine hochkomplexe urmenschliche Konstellation, ein Drama über die Beziehung von Eltern und Kind, Heimat und Fremde, Weggehen und Heimkehren, Verlorengehen und Gefundenwerden, von erlittenem Leid und bedingungsloser Liebe, dem ineinander von Mensch und Gott.
  • Dieses Gleichnis gehört nicht nur dem Christentum, sondern der ganzen Welt. Seit Jahrhunderten befassen sich nicht nur Theologen und Gläubige, sondern auch Dichter, Maler, Bildhauer, Filmemacher und Komponisten mit dieser Geschichte, die in allen Kulturen und spirituellen Gemeinschaften gelesen werden kann, weil sie Fragen stellt, die jeden angehen und eine unerschöpfliche Tiefe hat. Es geht darin um ein Weltethos, das auf Teilen, Liebe und Mitgefühl zielt. Das Gleichnis ist ein narratives Weltkulturerbe und ein spiritueller Diamant, in der sich der absolute Geist auf allen Ebenen spiegeln und offenbaren kann.
  • Es geht um echte Vergebung, die Frieden stiftet und heilt, egal ob sie von einem Juden, Christen, Hindu, Buddhisten, Moslem oder Atheisten kommt. Daher ist Jesu Sprache universal, sein Thema handelt auf der „Mikroebene“ von Familie, auf der „Makroebene“ von Institutionen und großen sozialen Systemen.
  • Der Vater ist ein bildhafter Selbstausdruck des absoluten Geistes, ein inspirierendes Leuchtzeichen von der Fülle einer göttlichen Verwirklichung im Menschen, die von Allgüte und Liebe getragen wird. Gott ist im Vater präsent, im Erzähler (Jesus), aber auch in all den sichtbaren und unsichtbaren Gestalten der Geschichte, einfach in jedem, egal, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht: Egal, wie deutlich wir Gott oder den absoluten Geist fassen oder in uns manifestieren können – er wird uns immer erfassen und umfassen. In allem und jedem ist der absolute Geist, der Urgrund des Seins universell präsent. Gott gehört jedem, und jeder gehört zu ihm: „Du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.“ (Lk. 15,31) Das Göttliche wohnt in allem, es ist strahlend, offen, ewig, und das alles erschaffende Selbst des gesamten Kosmos und darüber hinaus.

Egal, mit welcher Interpretation man sich nun am bestem identifizieren kann – und mit welcher vielleicht gar nicht – wir sehen, wie viele unterschiedliche Herangehensweisen es gibt. Wir werden zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedliche Schätze aus Texten herausziehen können, und die ein oder andere Interpretation werden wir im Laufe der Jahre auch völlig hinter uns lassen. Andere werden uns jetzt vielleicht noch an den Haaren herbeigezogen vorkommen – aber wer weiß… wiederum ein paar Jahre später kommen uns diese vielleicht wieder als Schätze vor…? Unser Bewusstsein, unser Horizont erweitert sich Stück um Stück, und was uns heute blödsinnig oder sogar falsch vorkommt, kommt uns mit fortschreitender Weiterentwicklung „plötzlich“ einleuchtend, richtig und befreiend vor. Deshalb… immer schön offen bleiben! 😉

*empfehlenswert ist auch das Buch „Gott 9.0. Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird“ von Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer und Werner Tiki Küstenmacher. Beschrieben werden in diesem Buch verschiedene Bewusstseinsstufen, auf denen wir Gott und unser Weltbild unterschiedlich wahrnehmen und interpretieren.

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